Sehenswürdigkeiten der Stadt Vamberk
Die ersten Erwähnungen über die Gründung der Stadt langen in die zweite Hälfte des 13. Jahrhunderts, als das Geschlecht Drslavic in der Besiedlungszeit unter Přemysl Otakar II. die Burg Waldenberg gründete. Dabei entstand eine Marktansiedlung, die sich nach und nach in eine kleine Stadt entwickelte. Den heutigen trapezförmigen Marktplatz bildeten in der Vergangenheit 23 Bürgerhäuser aus Holz mit Lauben und eine Holzkirche an der Stirnseite des Marktplatzes. Das letzte von diesen Häusern wurde im Jahre 1988 niedergerissen. Die ersten gemauerten Häuser wurden in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts gebaut. Die Stadt, vor allem ihre Holzobjekte, wurden im Jahre 1841 und 1898 bei großen Bränden verbrannt. Beim letzten Brand im Jahre 1898 wurde auch die St. Prokop Barockkirche von Jahren 1712 – 1713 mit der nebenstehenden Kapelle („von St. Kristus im Gefängnis“) und den Herrenscheunen nicht erspart. Die Kapelle wurde nicht mehr erneuert, während die Pfarrkirche noch in demselben Jahr renoviert wurde und bis heute die Dominante des Stadtbildes bildet. Der heutige zweitürmige Bau entstand an Stelle der ursprünglichen Holzkirche, deren Existenz durch die erhaltene spätgothische Monstranz vom 15. Jahrhundert, die in das heutige Denkmal vom 16. und 17. Jahrhundert eingemauerten Grabsteine und den Zinntaufstein vom Jahre 1691 nachzuweisen ist. Auf dem Hauptaltar gibt es ein Bild des Heiligen von J. Hellich aus dem Jahre 1857. Unter der Kirche gibt es eine Gruft. Leider wurden die dort untergebrachten Mumien infolge des schlechten Klimas in der Gruft im Jahre 1993 weggebracht und konserviert. Heutzutage ist die Gruft leer, ein Teil der Mumien ist im Kloster in Broumov zu besichtigen. An Stelle der verbrannten Scheunen wurde das Gebäude der Volks- und Bürgerschulen aufgebaut, das am 28. September 1905 eingeweiht wurde.
Das älteste Baudenkmal der Stadt und zugleich das bedeutende Sakralbauwerk ist die im Frühbarockstil gebaute St. Barbora Friedhofkapelle aus dem Jahre 1697. In der Umbegung der Kapelle befindet sich der Friedhof mit Gräben und Grüften bedeutender Gebürtigen aus Vamberk. Die älteste davon ist die im Jahre 1992 rekonstruierte pseudogothische Gruft vom Graf Dr. Lützow. Zu anderen Begrabten gehören: Begründer des Prager Verlags Josef Richard Vilímek, akademischer Maler Prof. Otakar Sedloň, oder Angehörige der berühmten Puppenfamilie Kopecký. Unvergeßliche Sakralbaudenkmäler im Kataster der Stadt sind kleine Kapellen. Die wertvollste ist die Barockkapelle aller Heiligen vom Ende des 17. Jahrhunderts am Nordrand der Stadt.
Der vor dem Jahr 1673 gegründete, seit 1688 beurkundete Judenfriedhof wurde in Jahren 1753, 1806 und 1820 erweitert. Der älteste lesbare Grabstein ist aus dem Jahre 1700, die letzte Beerdigung fand hier im Jahre 1936 statt. Am Friedhofeingang blieben die Außenmauer des Leichenhauses erhalten. Auf dem Friedhof können wir etwa 500 Plattengrabsteine im klassizistischen und im Barockstil mit hebräischen, deutschen und tschechischen Überschriften finden. Die Handschrift einiger klassizistischen und Rokokosymbole, die üblich auf den Barockstadtstatuen erscheinen, zeigt, das die Autoren einiger Grabsteine Mitglieder der berühmten Bildhauerfamilie Mielnický sind. Der Friedhof gehörte zur Judenkirchengemeinde in Doudleby nad Orlicí.
Zu bedeutenden Sehenswürdigkeiten der Stadt gehören auch technische Denkmäler. Das älteste davon ist die alte Kaiserstraße in Wäldern oberhalb von Vamberk. Teilweise wurden in der Straße die ursprünglichen mit Steinsatz versehenen Sandsteine erhalten. Das Alter des Weges beweisen zwei unweit stehende Versöhnungskreuze aus Sandstein, wahrscheinlich aus dem 15. Jahrhundert. Der dritte Versöhnungskreuz gleichen Alters steht an der Straße im Stadtpark im Westen der Stadt. Um eine andere seltsame technische Sehenswürdigkeit zu sehen, müssen wir in die anliegende Gemeinde mit poetischem Namen Peklo (Hölle) gehen. Die gedeckte Holzbrücke über den Fluss Zdobnice entstand im Jahre 1840. Im Jahre 1907 sollte die Brücke ausgetauscht werden, aber schließlich wurde sie im Jahre 1921 rekonstruiert. Die letzte Generalreparatur fand im Jahre 1982 statt. Die Bretterverschalung der Brücke ist nicht vertikal, wie bei ähnlichen Bauten meistens üblich ist, sondern horizontal. Diese Hängewerkbrücke gehört zu den breitesten Holzbrücken im Lande. Vom technischen Wert der Brücke zeugt auch die Existenz des Bauplans vom Jahre 1894 mit dem Stempel der Völkerkundlichen Tschechoslowakischen Ausstellung in Prag im Jahre 1895, der im Museum des Adlergebirges in Rychnov n. Kn. untergebracht ist. Mit der Brücke hängt auch eine unglückliche Geschichte zusammen: beim Baden unter der Brücke wurde der akademische Maler Antonín Slavíček lahm. Eine berühmte technische Sehenswürdigkeit ist die Dreibogen-Steinbrücke, durch hiesige Bewohner auch als „Kleine Karlsbrücke“ genannt und mit Plastiken der Landespatronen dekoriert. Die Brücke wurde in Jahren 1864 – 1865 gebaut. Infolge des erhöhten Straßenverkehrs wurde die Brücke in den 30. Jahren des 20. Jahrhunderts verbreitert. Skulpturen vom Bildhauer Harnach aus Vysoké Mýto gestalten die Volksheiligen: St. Prokop, St. Ludmila, St. Cyril, St. Metoděj, den heiligen Jan Nepomucký, St.Václav, St. Vojtěch und die Kirche mit dem Heiland. Das Malerische an der Brücke ergänzt die Schleuse unter der Brücke.
Die zahlreichste Gruppe von Sehenswürdigkeiten in der Stadtlandschaft sind Steinskulpturen. Zu den ältesten gehört die Mariansäule auf dem Marktplatz aus dem Jahre 1699. In Vamberk wirkten im 18. und 19. Jahrhundert einige Generationen des berühmten Steinbildhauergeschlechts Mielnický. Berühmte Repräsentanten dieses Geschlechts dekorierten die Stadt und die Umgebung, vor allem das Vorland des Adlergebirges, mit wertvollen Barock-, Rokoko- und später auch mit Empirestatuen. Zu den ältesten in Vamberk gehören die auf dem Lützow Marktplatz stehende Frühbarockskulptur des heiligen Jan Nepomucký aus dem Jahre 1735, und die Frühbarockskulptur der Madonna aus dem Jahre 1741 unweit bei der Kreuzung der Straßen Pekelská und Žižkova. Beide Skulpturen stammen von Jan Ignac Mielnický. Wahrscheinlich vom gleichen Autor stammt auch die Skulptur aus dem Jahre 1734, die „den Kristus an der Säule“ im Zaun der Weinstube „u Jiřího“ gestaltet. Aber zu den bedeutendsten Skulpturen gehört die St. Anna Rokoko-Statuengruppe unterhalb der Treppen der St. Prokop Kirche vom Bildhauer František Antonín Mielnický jun. um das Jahr 1777, Skulptur Kristus im Gefängnis vom gleichen Autor, z. Z. im Pfarrhaus auseinander genommen, und die St. Anna Rokoko-Statuengruppe am Südenrand der Stadt aus dem Jahre 1775. Statuengruppen mit mächtigen Bäumen, die malerische Landschaftsdominanten der Stadt bilden, finden wir in der Gestalt der Jungfrau Marie aus Vamberk aus dem Jahre 1774 oberhalb der Stadt an der Strasse zur Hütte Vyhlídka oder in Podbřezov auch die Statuengruppe der Jungfrau Marie. Zu bedeutendsten Empireskulpturen zählen die Skulptur Kreuzigung aus dem Jahre 1808, die vor der Apside der St. Prokop Kirche auf dem Hus Marktplatz steht, und die Skulptur von Sankt Prokop aus dem Jahre 1807 an der alten Kaiserstraße in den Wäldern oberhalb der Stadt. Beide sind vom gemeinsamen, uns unbekannten Autor aus dem Geschlecht Mielnický. Die Martersäule mit dem Marianrelief aus dem Jahre 1821 von Josef Mielnický in Jůnova Straße zeugt über die systematische Fortsetzung der Barockformen in der Volksbildhauerei bis zum Ende der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts.
In der Mitte des Marktplatzes wurde im Jahre 1869 ein Brunnen gebaut, der bis 1908 als Reservoir für Trinkwasser diente. Das Wasser wurde durch ein Holzaquädukt Podřezov zugeführt. Der Brunnen wurde vom Bildhauer František Veith im Neorenaissancestil mit Allegorien von Arbeitstätigkeiten hiesiger Bewohner (Landwirtschaft, Handel, Textilindustrie und Spinnerei) dekoriert. Zur Zeit dient er als Springbrunnen.
Am 3. Juli 1904 wurde auf der Ostseite des Marktplatzes die Statue von Meister Jan Hus enthüllt. Die Statue im Jugendstil wurde nach dem Entwurf des akademischen Bildhauers Jan Josef Kalvoda vom Bildhauer František Koukol aus Ústí nad Orlicí ausgeführt. Dieses Denkmal ist wahrscheinlich die zweitälteste stehende Plastik von Meister Jan auf dem Territorium unseres Landes. Eine andere Skulptur im Jugendstil, diesmal vom akademischen Bildhauer František Bílek, können wir in Janáček Straße Nr. 587 sehen. Die Plastik gestaltet „Sparsamkeit“.
Im Westteil des Marktplatzes zwischen der Kirche und der Schule wurde im Jahre 1928 vom Bildhauer František Rous ein Ehrendenkmal für die Opfer vom 1. Weltkrieg ausgeführt. Die Figuralplastik gestaltet verwitwete Mutter mit Kind. Im Schoß der Mutter gibt es einen Militärhelm mit Lindenblättern. An dem Podest hängen gehämmerte Platten aus Edelmetall mit Namen von 101 Opfern vom 1. Weltkrieg.
Anschließend sind auch bedeutende Denkmäler vom Bürgercharakter zu erwähnen. Das älteste Haus auf dem Marktplatz ist das klassizistische Steinhaus Nr. 98 aus dem Jahre 1798. Zu anderen bedeutenden Häusern auf dem Marktplatz von Vamberk gehören: das Gebäude des Spitzenmuseums aus dem Jahre 1916 vom Arch. Oldřich Liska, klassizistisches Gebäude des Rathauses aus dem Jahre 1881, das Gebäude der Sparkasse, das Pfarrhaus, das Gebäude der Bibliothek und andere. Man darf auch die Fabrikantenvillen aus dem 1. Viertel des 20. Jahrhunderts, die Zeman Villa Nr. 115 im Jugendstil oberhalb der Steinbrücke, Kubias Villa Nr. 25, die als Spitzenschule dient, und die Villa vom Fabrikanten Suchánek, das ehemalige Haus der Kinder und Jugend, nicht vergessen.



